Python molurus bivittatus / Dunkler Tigerpython

Python morulus bivittatusDie lateinische Bezeichnung des dunklen Tigerpythons lautet Python molurus bivittatus. Er ist im Washingtoner Artenschutzgesetz (WA) Anhang II aufgelistet. Der Tigerpython hat einen sehr muskulösen Körperbau. Sein Kopf setzt sich etwas vom Hals ab. Seine Färbung variiert von einem cremefarbenen hellen Ton bis dunkelbraun. Seine Bauchseite ist weiß bis grau. Sein Rücken ist mit relativ regelmäßigen braunen bis schwarzen Flecken bedeckt. Jedes Tier hat eine eigene Zeichnung. Die Pupille ist schlitzförmig. Der Tigerpython kann etwa 3 bis 8 Meter lang werden. Weibliche Tiere werden meist größer und massiger als männliche. Die Größe hängt wesentlich von den Elterntieren sowie den Haltungsbedingungen ab. Der Tigerpython kann bis zu 30 Jahre alt werden.

Herkunft: Der dunkle Tigerpython kommt in Hinterindien, Südchina sowie weiten Teilen Indonesiens vor. Sein Lebensraum sind Regen- und Bergwälder, Sumpf- sowie Grasgebiete, allerdings immer in der Nähe von Wasser.

Terrarienhaltung: Ich halte 1.1 in einem extra für die Tiere umgebauten Raum. Dieser ist etwa 3,5 x 3 Meter groß. Die Raumhöhe beträgt 2,20 Meter. Im Raum befindet sich allerdings eine Schräge. Das Terrarium für einen Tigerpython sollte dementsprechend groß sein, da die Tiere sehr unternehmungsfreudig sind. Die Mindestanforderungen liegen bei Tieren bis 2,5 Meter bei 1 x 0,50 x 0,75 mal die Körperlänge der Pythons. Bei Exemplaren über 2,5 Metern rechnet man 0,75 x 0,50 x 0,50 mal die Körperlänge. So ergeben sich beispielsweise bei einem 3 Meter langem Tigerpython die Mindestmaße 2,25 x 1,50 x 1,50 Meter (Länge x Breite x Höhe). Auch ein entsprechendes Becken zum Baden sollte vorhanden sein da sich die Tiere immer wieder gerne ins Wasser legen.
Python morulus bivittatus Weiterhin zu beachten ist, dass der Tigerpython gerne klettert und sich auch mal aus 2 Metern fallen lässt. Zu spitze beziehungsweise gefährliche Gegenstände sollten sich daher nicht im Terrarium befinden. Die Kletteräste müssen aufgrund der Größe und des Gewichtes der Tiere im Terrarium fest verankert werden.
Vom Verhalten ist der Tigerpython eher als friedfertig einzustufen. Er ist sehr umgänglich trotzdem ist bei großen Exemplaren Vorsicht geboten. Es gilt die Regel pro Meter Schlange eine Person. Persönlich finde ich, dass ab 3 Metern (abhängig vom Verhalten des Tieres) jemand zur Seite stehen sollte. Wenn er sich gestört fühlt, faucht er und bei Berührung drückt er seinen Unmut durch starkes Muskelzucken aus.
Es handelt sich bei den Tieren um dämmerungs- und nachtaktive Schlangen. Wobei sie auch gerne am Tag unterwegs sind. Bei mir liegen sie tagsüber oft zusammengerollt am Boden in Korkröhren oder auf der Heizung. Wenn sie durchs Terrarium streifen, dann klettern sie auch sehr gerne.

Terrarieneinrichtung: Den Boden habe ich folgendermaßen aufgebaut: Als erstes kam ein Teppich zur besseren Isolierung, darüber habe ich furnierte Spannholzplatten verlegt. Als letztes wurde über die Platten noch eine Teichfolie gelegt. Als Bodengrund verwende ich Pinienrinde. Sie ist ideal als Bodengrund geeignet da sie die Feuchtigkeit gut speichert, nicht schimmelt oder staubt und des weiteren angenehm riecht. Aufgrund der Raumgröße werden etwa 600 Liter benötigt. Pinienrinde kann am besten über den Baumarkt beziehungsweise Gartenmarkt bezogen werden. Es ist darauf zu achten, dass die Rinde unbehandelt ist! Die Wände sind "normal" gestrichen. Zur Dekoration verwende ich zahlreiche Korkrinden in allen Größen, die als Versteckplätze gerne genommen werden. Desweiteren gehen 3 Lianen quer durch den Raum. Während der aktiven Zeit werden diese sehr gerne zum Klettern genutzt. Um den Raum etwas "grüner" zu gestalten, wurden zahlreiche Plastikpflanzen auf den Lianen, Boden, sowie Korkrinden platziert. Echte Pflanzen überleben aufgrund der Größe und des Gewichtes der Tiere nicht lange.
Ein größeres Wasserbecken zum Baden sollte nicht fehlen. Bei mir handelt es sich um ein altes Terrarium mit den Maßen 100 x 80 Zentimetern. Der Wasserstand beträgt etwa 10 cm. Eine kleine Pumpe hält das Wasser in Bewegung. Die Tiere liegen allerdings kaum beziehungsweise gar nicht im Wasser. Sie kriechen oder schwimmen ab und zu, gerade im Sommer, durch das Wasserbecken. Den Tieren werden mehrere Trinkgefäße zur Verfügung gestellt. Ein Wassergefäß befindet sich auf einer Liegefläche über der Hausheizung. Dies dient dazu, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Des weiteren befinden sich mehrere Liegeflächen an der Wand. Um den Tieren möglichen Stress zu ersparen wurden einige Trennwände als Sichtschutz im Raum gebaut.
Beleuchtung: Hauptsächlich wird der Raum über das Fenster beleuchtet. Gerade im Sommer wird die Fensterbank gerne als Liegefläche und Sonnenplatz genutzt. Weitere Lichtquellen sind drei Leuchtstoffröhren, ein 150 Watt Heizstrahler sowie ein 300 Watt UV-Strahler welcher morgens, mittags und abends kurzzeitig in Betrieb ist. Im Sommer wird aufgrund der Wärme der UV-Strahler sowie die Leuchtstoffröhren ausgeschaltet.
Heizung: Auf etwa einem Quadratmeter wurde unter dem Heizstrahler ein Heizkabel verlegt, welches 24 Stunden sowohl im Sommer als auch im Winter an ist. Ansonsten wird der Raum im Winter über die Hausheizung geheizt. Damit sich die Tiere nicht an der Heizung verbrennen, wurde diese mit Brettern und einem Gitter verkleidet. Die Temperaturen betragen im Sommer am Tag 28 bis 34 Grad und liegen in der Nacht bei 24 bis 26 Grad. Im Winter liegen die Temperaturen am Tag zwischen 25 und 32 Grad und in der Nacht bei 19 bis 22 Grad. Die Grundtemperatur liegt im Sommer bei etwa 30 Grad und im Winter bei etwa 28 Grad. Lokal (unter dem Heizstrahler und auf dem Heizkabel sowie über der Hausheizung) beträgt die Temperatur teilweise etwa 33 Grad.

Luftfeuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Sommer etwa 65 Prozent. Nach dem Sprühen steigt sie auf rund 90 Prozent. Im Winter liegt sie bei zirka 60 Prozent. Aufgrund der etwas kühleren Temperatur wird nicht so viel gesprüht. Aufgrund dessen steigt sie nach dem sprühen auf etwa 70 bis 80 Prozent. Gesprüht wird je nach Bedarf. In der Regel ein Mal täglich am Nachmittag manuell mit einer großen Sprühflasche. Die Tiere werden nicht angesprüht.

Lüftung: Die Lüftung erfolgt durch ein- bis zweimaliges öffnen der Tür am Tag zwecks Kontrolle des Raumes. Des weiteren werden demnächst oben an der Tür zwei kleine Ventilatoren eingebaut, die im Sommer die warme Luft absaugen werden.

Zucht: Nachdem das Weibchen gelegt hat, wickelt es sich bis zum Schlupf um das Gelege und erzeugt durch Muskelzucken Wärme. Diese Temperatur kann etwa 7 Grad höher als die Umgebungstemperatur sein. Die Paarung erfolgt vom November bis März. Die Eiablage etwa 2 Monate später. Der Schlupf erfolgt zirka 58 bis 63 Tage danach aus dem bis zu 100 Eiern umfassenden Gelege. Dies ist jedoch stark von der Inkubationstemperatur abhängig. Diese liegt idealer Weise bei 31 Grad. Bis zum Schlupf erwärmt und bewacht das Weibchen das Gelege.
Nach der Eiablage sollten die Eier jedoch vorsichtig von der Mutter entfernt werden. Grund hierfür ist eine größere Erfolgschance bei der Zeitigung der Eier. Es ist darauf zu achten die Eier nicht zu drehen da sich der Dotter nach einer gewissen Zeit oben am Ei absetzt. Ein Drehen würde höchstwahrscheinlich zu einem Absterben des Embryos führen. Auf jeden Fall ist es ratsam die Eier zu Inkubieren da die Bedingungen im Terrarium oftmals nicht ideal sind.

Python morulus bivittatus Futter: Jungtiere sollten alle 10 bis 14 Tage mit der Größe entsprechenden Futtertieren gefüttert werden. Im fortschreitenden Alter kann sich der Abstand zwischen den Fütterungen erhöhen. Zu beachten ist, dass die Tiere schnell verfetten können. Ich füttere meine 2,50 bis 3 Meter großen Tiere inzwischen mit großen, etwa 1,5 bis 2,5 Kilo schweren Kaninchen in Intervallen von 3 bis 4 Wochen.
Weiterhin können Mäuse, Ratten, Meerschweinchen sowie Geflügel verfüttert werden. Das verfüttern von Geflügel führt allerdings zu einem breiigen Kot. Es ist auf die Salmonellengefahr hinzuweisen.
Aufgrund der Belegung des Raumes mit vier Schlangen, werden die Tiere momentan außerhalb des Raumes in großen Plastikboxen gefüttert. Die Fütterung erfolgt erst nach dem Ausschalten des Lichtes. Gefüttert wird aufgrund der Menge fast ausschließlich mit Frostfutter. Die Kaninchen werden morgens zum Auftauen rausgelegt und abends dann verfüttert. Zwischendurch - etwa alle drei Monate - werden die Futtertiere mit Vitaminen versetzt. Man muß sich vergewissern, dass wenn man Frostfutter füttert, die Tiere auch wirklich komplett aufgetaut sind. Der Kern darf nicht gefroren sein! Hierzu muß man die Temperatur fühlen ob es wirklich überall warm ist.
Der Tigerpython ist ein sehr gieriger Fresser deshalb muss auf eine mäßige Fütterung geachtet werden. Daraufhin zu weisen wäre, dass jeder noch so friedliche Python sobald er Futter riecht sehr aggressiv werden kann. Normalerweise ist ein Tigerpython eher ruhig, allerdings kann er bei manchen Gelegenheiten - insbesondere der Fütterung - sehr aggressiv reagieren. Ein großer Tigerpython kann, wenn er den Halter mit einem Futtertier verwechselt, sehr gefährlich werden. Deswegen ist darauf zu achten das mit Pinzette oder Zange und niemals mit der Hand gefüttert wird. Ausgewachsene Tiere sollte man nur füttern wenn jemand einem zur Seite steht.
Mein Weibchen schnappt beim Füttern nach allem was sich bewegt. Das Männchen hingegen ist ziemlich ruhig. Meistens nimmt er das Futtertier ruhig von der Zange. Derweilen kann es aber auch vorkommen das er etwas aggressiver zuschnappt.

Bericht: Carsten Frömberg
Bilder: Frank Marker, bivittatus.de




Home | Impressum | Kontakt