Beschreibung: Cupiennius salei gehört mit der Gattung Cupiennius ebenso wie beispielsweise Phoneutria sp. und Ancylometes sp. zu den Ctenidae. Im Gegensatz zu Phoneutria sp. ist Cupiennius salei bezüglich ihres Toxins für uns Menschen allerdings als ungefährlich (soweit keine allergische Reaktion auftritt) einzustufen. Eine kurze Beschreibung zu Bissen einiger Spinnen der Gattung Cupiennius lässt sich etwa bei Barth, F. G. (2001): „Sinne und Verhalten: aus dem Leben einer Spinne“, finden.
Weibchen von Cupiennius salei können eine Größe von etwa 3,5 Zentimetern Körperlänge erreichen, Männchen bleiben mit etwa 2 bis 2,5 Zentimetern entsprechend kleiner. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber sitzen sie in der Regel in ihren Verstecken, nachts sind sie jedoch durchaus nicht selten aktiv im Terrarium unterwegs. Die Spinnen spinnen sich übrigens keine Wohnschläuche oder ähnliches, angebotene Versteckmöglichkeiten werden in der Regel dankbar angenommen.
Im Vergleich zu Vogelspinnen sind diese Spinnen wesentlich flinker und agiler, gerade Spiderlinge reagieren bei Störungen nicht selten äußerst hektisch. Bei größeren Spinnen lässt dieses Verhalten scheinbar etwas nach, meine großgezogenen Saleis verharren mittlerweile bei Arbeiten im Terrarium einfach in ihrem Versteck.
Interessant und durchaus beeindruckend ist die Beobachtung des Fanges von Futtertieren, häufig sitzen die Spinnen dabei an Seitenscheiben oder Korkrindenstücken und stürzen sich von dort überfallartig auf die am Boden vorbeilaufende Beute. Zwei Mal konnte ich dabei beobachten, dass die Spinnen durch den Sprung soviel Schwung hatten, dass sie mit der gefangenen Beute quer durch das Terrarium „kugelten“ und schließlich auf dem Rücken zum liegen kamen. Das Futtertier wurde dabei trotzdem mit den Chelizeren und den Beinen festgehalten und an die eigene Bauchseite gedrückt, diese Position wurde dabei so lange beibehalten bis sich das Beutetier nicht mehr bewegte.
Die Tiere besitzen insgesamt einen erstaunlichen Appetit und sind nicht besonders wählerisch, was die Größe des Futtertieres anbelangt. Momentan ziehe ich auch fünf ganz frische Cupiennius-getazi-Spiderlinge groß, die zurzeit eine Größe von etwa 1,5 Millimetern besitzen. Nachdem ich mir zunächst etwas Sorgen bezüglich des Findens und Beschaffens von Futtertieren in geeigneter Größe gemacht hatte, stellten sich diese als vollkommen unbegründet heraus, da die Kleinen problemlos Drosophila von immerhin etwa 2,5 bis 3 Millimetern angreifen und erbeuten.
Haltung: Die Spinnen kann man in Behältern ab einer Größe von etwa 20 mal 20 mal 20 Zentimetern halten (häufig werden Fürst-Plast-Dosen für die Haltung und Zucht genutzt). Meine drei Exemplare sind in Terrarien mit 20 x 20 x 30 Zentimetern untergebracht. Ich konnte meine Spinnen bisher nur recht selten am Boden beobachten, meistens laufen oder sitzen sie an den Seitenwänden oder den schräg in die Terrarien gestellten Korkrindenstücken, weshalb ich als Terrarien eher Behältnisse verwende, die mehr in die Höhe und weniger in Breite gehen.
Eingerichtet sind die Terrarien mit jeweils einer echten Pflanze (Efeu, Grünlilie, Farn), die Substrathöhe beträgt ein paar Zentimeter und variiert ein wenig in der Höhe, je nachdem, wie viel Erde für die Unterbringung der Pflanze benötigt wird. Als Substrat verwende ich dabei eine Mischung aus Blumenerde und Walderde, ebenfalls in den Terrarien verteilt sind etwas Laub, Kastanien, Eicheln, eine schräg angelehnte Korkröhre und etwas Moos, zusätzlich wurden einige Asseln eingesetzt. Ein Schälchen mit Wasser kann angeboten werden, wenn man allerdings regelmäßig mit einem Zerstäuber im Terrarium sprüht, suchen sich die Spinnen bei Bedarf Wassertropfen an den Scheiben und saugen diese auf, so dass eine Wasserschale nicht unbedingt angeboten werden muss.
Bezüglich der Haltungsparameter halte ich meine Saleis bei durchschnittlich etwa 25 bis 26 Grad, die relative Luftfeuchtigkeit sollte nicht allzu niedrig ausfallen. Ich habe keine Hygrometer in den Cupiennius-salei–Becken, aufgrund des regelmäßigen Gießens und Sprühens der Pflanzen und des Mooses würde ich die relative Luftfeuchtigkeit im Schnitt aber auf etwa 70 bis 75 Prozent schätzen.
Bemerkung: Insgesamt gestaltet sich die Haltung dieser Spinnen einfach, die Tiere zeigen sich dabei bereits in der Aufzucht als recht robuste Terrarien-Insassen. Zur Zucht kann ich bisher leider noch nicht mit eigenen Erfahrungen dienen. Dies könnte sich allerdings zukünftig ändern: Meine beiden aufgezogenen Salei-Slings sind anscheinend männlich, daher auch der vor kurzem eingezogene weibliche Neuzugang. Die Verpaarung an sich soll allerdings ebenfalls recht unkompliziert sein, bei einer erfolgreichen Nachzucht kann man mit etwa 200 bis 400 oder noch mehr Spiderlingen rechnen.
Bericht & Bilder: Marc Beiersdorf, Tal-der-Spinnen.de
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