Hierodula membranacea / Indische Riesengottesanbeterin

Hierodula membranaceaBeschreibung und Herkunft: Hierodula membranacea kommt aus Indien. Dort bewohnt sie Strauch- und Buschwerk. Weibchen der Indischen Riesengottesanbeterin werden bis zu 10 Zentimeter groß, Männchen erreichen lediglich 7 Zentimeter. Zumeist sind die Tiere grün, jedoch kommen auch braune Exemplare vor. Hierodula membranacea zählt zu den Saisontiere, das heißt, sie entwickeln sich innerhalb eines Frühjahrs und Sommers zum adulten Tieren. Darauf folgt die Paarung und der Bau einer Oothek, die den Winter überdauern muss. Nach der Fortpflanzung sterben die adulten Tiere. Im folgenden Frühjahr schlüpfen die Jungtiere.

Terrarienhaltung: Hierodula membranacea sollte einzeln in Hochterrarien gehalten werden, da sie sehr stark zu Kannibalismus neigt. Da die Tiere seht standorttreu sind - manche werden sogar frei im Zimmer auf Pflanzen sehr erfolgreich gehalten, wobei man Zugluft vermeiden sollte -, reichen für ein Weibchen 20 x 20 x 30 Zentimeter (Länge x Breite x Höhe) sehr gut aus. Sie stellt keine großen Ansprüche und ist auch für Anfänger zu empfehlen. Staunässe sollte vermieden werden, die Temperaturen sollten lediglich nicht unter 23 Grad fallen. Je höher die Temperaturen, je schneller die Entwicklung der Larven und kürzer die Lebensdauer. Diese beträgt im Schnitt fünf bis sieben Monate, wobei auch Ausnahmen mit über einem Jahr bekannt sind. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 60 Prozent betragen.
Hierodula membranaceaDas Terrarium sollte mit vielen Zweigen, Ästen und auch Pflanzen ausgestattet sein. Als Bodengrund kann man sowohl Küchenpapier als auch ein ungedüngtes Bodensubstrat wie Erde oder Sand verwenden.
Hierodula membranacea liebt helle, sonnige Plätze und ist tagaktiv. UV-Licht ist jedoch nicht notwendig. Zur Beleuchtung kann man handelsübliche Glühbirnen nehmen, ansonsten reicht auch ein heller Standort für das Terrarium. Es sollte nur unbedingt direkt Sonneneinstrahlung vermieden werden, da sich das Becken sonst zu stark aufheizen kann.

Nahrung: Die Indische Riesengottesanbeterin ist ein Lauerjäger. Sie erbeutet alles, was sie überwältigen kann. Frisch geschlüpfte Hierodula membranacea werden mit Drosophila oder Mikroheimchen versorgt, ältere bekommen Heimchen, Grillen oder Schaben. Adulte Weibchen können sogar ein unbehaartes Mäusebaby (tot) und Wanderheuschrecken, die beinahe so groß wie sie selbst sind, verspeisen. Dabei sollte man aber nur auf Frostfutter zurückgreifen, da das Verfüttern von Säugetieren an Wirbellose laut Tierschutzgesetz verboten ist - außerdem ist es unnötig und grausam.
Sobald sich etwas in ihrer Umgebung bewegt, drehen die Gottesanbeterinnen den Kopf in diese Richtung und schleichen sich wackelnd wie ein Blatt an. Ist die Beute in ihrer Reichweite, schlagen sie mit ihren bedornten Fangarmen zu. Da sie kein Gift besitzen, wird die Beute durch fressen getötet. Bei großen Beutetieren, die wehrhaft sind und zappeln, sucht Hierodula membranacea bewusst zuerst den Kopf, damit der Tod schneller eintritt. Die Tiere werden täglich gefüttert. Dies kann auch von der Pinzette erfolgen. Drei große Grillen sind gerade bei Weibchen nichts Ungewöhnliches. Lediglich zwei Tage vor und einen Tag nach der Häutung verweigern die Gottesanbeterinnen die Nahrungsaufnahme. Deshalb sollte man vor der Häutung für genügend Vorrat sorgen.

Hierodula membranaceaEntwicklung und Zucht: Von Hierodula membranacea häutet sich etwa alle zwei bis drei Wochen - je älter sie wird, je größer werden die Abstände zwischen den Häutungen. Lediglich die Adulthäutung dauert je nach Bedingungen etwa 25 Tage. Weibchen häuten sich acht Mal, Männchen einmal weniger.Vor der Häutung sollte die Luftfeuchtigkeit auf etwa 80 Prozent gesteigert werden, da es sonst zu Häutungsproblemen - Fühler reißen ab, Beine knicken um - kommen kann.
Mit der letzten Häutung bekommen beide Geschlechter Flügel. Weibchen könne jedoch gar nicht fliegen, Männchen sind zu Flatterflügen fähig. Geschlechtreif werden die Tiere erst etwa zwei Wochen nach der Imaginalhäutung. Sie stellen dann auch meist das Fressen ein.
Zur Verpaarung setzt man das Männchen in das Terrarium des Weibchens. Man sollte darauf achten, dass dieses die nicht mitbekommt, denn sonst könnte es das Männchen als Nahrung ansehen. Es hat sich bewährt, das Weibchen zuvor kräftig zu füttern und ihm selbst bei der Paarung etwas "in die Hände" zu geben. Das Männchen besteigt das Weibchen, um mit ihm zu kopulieren. Nach erfolgreicher Paarung führt das Männchen flatternde Fluchbewegungen aus. Das Weibchen baut nun in den folgenden Wochen die so genannte Oothek.
Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass das Weibchen nach der Paarung nicht zu kühl gehalten wird. Sonst kann es zu Legenot kommen, und das Weibchen verfault innerlich. Die Temperaturen sollten daher zur Zucht tagsüber nicht unter 25, eher 28 Grad liegen. Nachts reicht Zimmertemperatur.
Das Weibchen sucht sich instinktiv einen geeigneten Platz für die Oothek. Man sollte die Bedingungen nicht groß verändern, nachdem das Gelege abgesetzt ist. Aus dem Kokon schlüpfen nach etwa eineinhalb Monaten bis zu 100 Nymphen, die sofort getrennt werden sollten, da sie vom Schlupf an zu Kannibalismus neigen.

Bericht & Bilder: Sandra Dörr & Andreas Streit, Terraristikecke.de




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