Etymologie: Der Gattungsname Poecilotheria setzt sich aus dem griechischen poikílos, was so viel wie bunt, vielfältig, listig bedeutet, und tò theríon, das wilde Tier, zusammen. Es bedeutet also so viel wie "buntes, wildes Tier". Miranda kommt aus dem Lateinischen: Mirandus bedeutet wunderbar. Abgeleitet steht es demnach für "wunderbar schön".
Herkunft und Beschreibung: Poecilotheria miranda lebt in Nordwest-Indien und West-Bengalen (Chota Nagpur. Diese baumbewohnende Vogelspinne erreicht eine Körperlänge von etwa 7 Zentimetern und bleibt damit etwas kleiner als beispielsweise Poecilotheria ornata.
P. miranda ähnelt grob P. formosa. Nach der Häutung weist sie, je nach Lichteinfall, einen leicht bläulichen Schimmer auf. Allerdings besitzt sie kein - sonst für viele Poecilotherien typisch - gelb-schwarzes Warnmuster an der Unterseite der Taster und des ersten Laufbeinpaares. Ihre Unterseite ist dahingegen schwarz-cremefarben bis fast schwarz-weiß mit weißen Patellen an allen Laufbeinen. Die Unterseite ist ebenfalls auffällig: Sternum, Coxen und Abdomen sind tief schwarz.
Haltung: Herkunftsbedingt sollte man Poecilotheria miranda etwas kühler bei Tagestemperaturen um 25 bis 27 Grad halten. Die Nachttemperaturen liegen bei etwa 18 bis 21 Grad. Diese Vogelspinne liebt eine hohe Luftfeutigkeit - sie sollte bei relativ hohen 80 bis 90 Prozent liegen.
Das Terrarium ist mit einem Grundmaß von 30 x 30 Zentimetern und einer Höhe von 40 Zentimetern gut bemessen. Es sollte eine senkrecht stehende oder hohle runde Rinden beinhalten - zwecks Versteckmöglichkeiten und vor allem wichtig:
für den ungestörten Kokonbau.
Zucht: Bei der Paarung ist Poecilotheria miranda recht friedlich. Ich habe das Männchen drei Tage bei dem Weibchen belassen. Es baute auch im Terrarium des Weibchens ein weiteres Spermanetz. Etwa drei bis vier Wochen nach der Paarung ist es hilfreich, das Terrarium des Weibchens für etwa eine Woche an einen kühleren Ort zu stellen mit Temperaturen nicht über 22 Grad am Tage und um die 17 bis 18 Grad in der Nacht. Das regt oftmals das Weibchen zum Kokonbau an. Sollte alles gut verlaufen sein, so ist mit etwa 50 bis 70 Eier im Kokon zu rechnen.
Gerade weil die Paarung nicht ganz so einfach ist und auch nicht immer erfolgreich, sollte es dennoch immer wieder versucht werden um diese wunderbaren Tiere möglichts vielen Terrarianern zugänglich zu machen und einen weiteren Abfang in der Natur Vorhalt zu gebieten.
Verhalten: Poecilotheria miranda zeigt sich oft wenig angriffslustig, flüchtet eher bei Belästigung. Es ist eine nachtaktive Art, die tagsüber relativ versteckt lebt. Die Tiere weisen zudem sehr unterschiedliche Fressverhalten
von sehr gierig bis eher verhalten auf - also keine Sorge, wenn Ihr Pflegling auch mal einige Wochen die Beute ignoriert.
Bemerkungen: Erstbeschreibung: Pocock (1900)
Bericht & Bilder: Werner Greinert
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