Beschreibung: Pseudocreobotra wahlbergii hat einen schlanken Körperbau und wirkt sehr zart. Der Blütenmantis stammt aus Süd- und Ostafrika. Dort bewohnt er Büsche und Sträucher, auf Ober- und Unterseite von Blüten und Wiesen, wobei er vorwiegend feuchtere Gebiete besiedelt.
Männchen etwa 3 Zentimeter groß und erreichen ein Alter von etwa 6,5 Monaten, in denen sie sich sechs Mal häuten. Weibchen werden bei einer Länge von 4 Zentimetern etwa zehn Monate alt. Sie Häuten sich sieben Mal.
Zudem unterscheiden sich die Geschlechter durch die Anzahl der Anhängsel an ihrem Abdomen (Unterseite). Männchen tragen sechs Stück, die alle gleich lang sind. Ihre Flügel sind länger und breiter als ihr Abdomen. Sie sind wendige Fieger.
Bei den Weibchen, die fünf Anhängsel an ihrem Abdomen tragen, ist das hintere am längsten. Sie wirken zudem kräftiger als die Männchen. Ihre Flügel überragen das Abdomen, welches jedoch breiter als die Flügel ist und an den Seiten weit hervor schaut. Weibchen von Pseudocreobotra wahlbergii können nur kurze Strecken fliegen.
Beide Geschlechter sitzen oft minutenlang da und schlagen mit den Flügeln, ohne jedoch abzuheben - ein wunderschöner Anblick. Die Bilder zeigen zwei Larven im Stadium L5.
Haltung: Da die Weibchen sehr aggressiv sind, ist eine Einzelhaltung unbedingt anzuraten. Dazu eignen sich Behälter mit Maßen ab 10 x 10 x 15 Zentimeter (Breite x Tiefe x Höhe). Für eine Gruppenhaltung von etwa fünf Männchen empfiehlt sich ein Terrarium mit dem Abmessungen 30 x 30 x 50 Zentimetern (Breite x Tiefe x Höhe).
. Als Becken eignen sich kleine Hochterrarien oder Faunaboxen mit ausreichender Belüftung, um Staunässe zu vermeiden. Als Beleuchtung dient eine Neonröhre oder ein Halogenspot, der gleichzeitig auch als Wärmequelle dient. Die Beleuchtungsdauer sollte zwölf Stunden betragen.
Tagsüber liegen die Temperaturen bei 28 bis 35 Grad, nachts sollten sie nicht unter 20 Grad fallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag zwischen30 und 50 Prozent liegen und nachts auf 60 bis 80 Prozent steigen. Dies erreicht man mit täglichem Sprühen problemlos.
Terrarieneinrichtung: Zur Einrichtung eignen sich dünne Zweige, echte und künstliche Pflanzen, Äste und Blüten. Auch eine Gazebespannung des Terrarienhimmels ist vorteilhaft, da die Tiere diese gerne erklettern oder sich kopfüber "aufhängen".
Der Bodengrund kann aus Küchenpapier oder ungedüngter Blumenerde sowie einem Sand-Erde-Gemisch bestehen. Nur zu nass sollte er nicht sein.
Futter: Zur Fütterung von Pseudocreobotra wahlbergii eignen sich alle Art von fliegenden Insekten, Heimchen, Grillen, Drosophila, Fliegen, Wiesenplankton und ähnliches, wobei teilweise erstaunlich große Beutetiere in der Relation zur Körpergröße überwältigt werden. Nach den Häutungen emphiehlt es sich, keine Heimchen oder Grillen zu füttern, da schon Fälle aufgetreten sind, in denen der Blütenmantis das Opfer wurde.
Grundsätzlich sollte man fliegende Insekten den sehr "nassen" Heimchen und Grillen vorziehen, da sich dies positiv auf die Entwicklung der Pseudocreobotra wahlbergii auswirkt. Dies gilt insbesondere für Larven.
Larvenstadien: Direkt nach dem Schlupf sind die Larven schwarz glänzend und haben weiße Fühlerspitzen (Ameisen-Mimikry). In L2 bekommen sie weiße Punkte. L3 erkennt man an den rötlichen Beinen, der Körper ist weiterhin glänzend schwarz, wobei sich das Abdomen schwarzweiß wird. In L4 bekommen die kleinen Pseudocreobotra wahlbergii verdickte Fühleransätze, die ersten Anhängsel am Abdomen werden sichtbar. L5 erkennt man an den rotbraun-weiß gestreiften Beinenen. Der Körper wird rot-braun mit schwarzen Stellen. Zudem werden zwei weiße Punkte auf den Flügelansätzen erkennbar. In L6 bekommen die Mantiden eine helle Grundfärbung. Die schwarzen Anteile fehlen nun. Gestreifte Beine sowie Fühler sind weitere Kennzeichen.
Zucht: Männchen sind etwa eine Woche nach der Imaginalhäutung (letzte Häutung) geschlechtsreif, Weibchen benötigen etwa vier Wochen. Zur Verpaarung setzt man das Weibchen in das Terrarium des Männchens. Es emphielt sich, das Weibchen mit etwas Fressbarem zu versorgen, damit das Männchen nicht als Futter endet. Die Kopulation dauert etwa fünf bis sieben Stunden. Oftmals sitzt das Männchen nach dem Aufsprung auf dem Weibchen, ohne
jedoch zu kopulieren. Meistens beginnt dann die eigentliche Paarung erst nach mehreren Stunden.
War die Verpaarung erfolgreich, legt das Weibchen nach etwa einer Woche die erste Oothek ab. Nun folgen im Abstand von etwa sieben bis 14 Tagen zwischen fünf und acht weitere Ootheken ab. Diese sind etwa 4 bis 5 Zentimeter groß, länglich und schmal. Ihre Farbe ist braun bis schwarz. Zur Zeitigung sollte die Temperatur zwischen 28 und 35 Grad konstant gehalten werden. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70 Prozent schlüpfen die 20 bis 80 Larven nach etwa vier bis sieben Wochen.
Aufzucht: Bei Temperaturen von 28 bis 32 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent (Staunässe vermeiden) werden die kleinen Pseudocreobotra wahlbergii nach etwa ein bis zwei Tagen mit Drosophila gefüttert. Bis L4 ist eine Gruppenhaltung bei ausreichen Futter möglich.
Bericht und Bilder: Sandra Dörr, Terraristikecke.de
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