Scorpio maurus

Scorpio maurus Herkunft und Beschreibung: Scorpio maurus (Latreille, 1802) hat ein großes Verbreitungsgebiet. Es reicht von Senegal über Mauretanien, Marokko, Nordafrika bis nach Ägypten und Äthiopien. Des Weiteren wird von Funden im Süden der Türkei, Iran und sogar Indien berichtet. Diese Skorpionart erreicht eine Gesamtlände von 6 bis 8 Zentimetern und kommt je nach Unterart in verschiedenen Schattierungen vor. Häufig überschneiden sich die Farbmerkmale, sodass eine eindeutige Bestimmung für Laien nicht möglich ist. Die Varianten reichen von Beige über Rotbraun bis hin zu fast Schwarz. Der Körper ist glänzend, nnur kurz vor der Häutung erscheint er matter. Die Gliedmaßen sind meist etwas heller als der Körper. Charakteristisch sind für Scorpio maurus seine sehr großen, fast schon karikaturartigen Scheren, mit denen er eine hohe Kraftleistung aufbringen kann. Sie erinnern entfernt an Boxerhandschuhe. An den Spitzen sind die Scheren etwas dunkler gefärbt, ansonsten unterscheiden sie sich in der Farbe nicht vom Rest des Tieres.

Gift: Scorpio maurus ist von seiner Giftwirkung mit der einer einheimischen Biene zu vergleichen. Er stellt allenfalls für Allergiker eine Gefahr dar. Dennoch zeigt sich diese Art häufig aggressiv und kann mit seinen starken Scheren durchaus schmerzhafte Verletzungen hervorrugen. Wie bei allen Skorpionen und anderen Terrarienbewohnern gilt daher: Anschauen, nicht anfassen.

Haltung: Scorpio marus bewohnt sehr verschiedene Lebensräume. Die Vorkommen reichen von sandigen Halbwüsten über Savannen bis hin zu feuchten Wäldern. Dieser Umstand macht Scorpio maurus zu einem anpassungsfähigen Pflegling, der dennoch nicht einfach über längeren Zeitraum zu halten ist und einige Ansprüche an seinen Besitzer stellt.
Diese Skorpionart bevorzugt lehmhaltige Böden, die das Substrat gabfähig machen. Oft sucht sie sich Steine oder Hölzer als Hilfe aus, um ihre langen und tiefen Wohngänge zu graben. Bei richtiger Haltung ist Scorpio maurus nur selten außerhalb seines Unterschlupfes zu sehen - das macht ihn trotz seines nur schwachen Giftes und seiner comicartigen Niedlichkeit zu einem für Anfänger wenig geeigneten Pflegling.
In der Terrarienhaltung sind einige Dinge zu beachten: Auch wenn Scorpio maurus als sozial - also artverträglich gilt - birgt eine Vergesellschaftung immer Risiken. Nicht jedes Tier akzeptiert Artgenossen. Beabsichtigt man nicht zu züchten, ist Einzelhaltung empfehlenswert, bei Aggressionsverhalten sollte man die Tiere auf jeden Fall sofort trenen. Da es sich um eine mittelgroße Art handelt, sollte das Becken eine Grundfläche von 20 x 30 Zentimetern nicht unterschreiten. Wichtig ist, dass die Steghöhe des Beckens ausreicht, um ausreichend Bodensubstrat einzufüllen. Dazu geeignet ist vor allem ein Sand-Lehm-Gemisch, das man mindestens 10 Zentimeter anbietet. Je tiefer der Bodengrund, umso eher gelingt eine naturnahe Haltung. Auch wenn Scorpio maurus in Wüsten vorkommt, sollte es nie vollständig austrocknen - ebenso darf ein Wasserbehälter nicht fehlen.
Scorpio maurus Bei der Einrichtung des Beckens sind der Kreativität im Rahmen von natürlichen Materialien zunächst keine Grenzen gesetzt. Wichtig sind Versteckmöglichkeiten, sodass sich das Tier auch außerhalb seiner Wohnröhre zurückziehen kann. Unser Scorpio maurus gräbt trotz hohen Substrats und Bodenfeuchte gar nicht, sodass wir verschiedene Wurzeln und Steine ins Becken gegeben haben. Für die Optik haben wir eine Wurzel mit Tillansien bepflanzt.
Die Tagestemperaturen sollten bei 30 bis 35 Grad liegen - wobei Scorpio maurus auch mit kühleren Phasen zurecht kommt. In der Nacht dürfen sie auf 20 bis 25 Grad abfallen. Eine Überwinterung bei 10 bis 15 Grad soll das Wohlergehen und die Paarungsbereitschaft von Tieren fördern, ist aber nicht zwingend notwendig. Die Luftfeuchtigkeit sollte im normalen Raummaß bei etwa 40 Prozent liegen, zusätzliches Sprühen ist demnach höchstens für die Bepflanzung notwendig. Dies gilt auch für die Lichtversorgung. Sofern sie nicht zum Heizen verwendet wird, ist eine 7- bis 11-Watt-Sparlame ausreichend.

Futter: Gefüttert wird Scorpio maurus ein bis zwei Mal die Woche mit Heimchen, Grillen, Schaben, Heuschrecken, Mehlwürmern, Käfern oder Asseln. Allerdings konnten wir beobachten, dass eher mittlere Tiere genommen werden. Scorpio maurus legt auch schon mal längere Fresspausen ein.

Literatur: Mahsberg, D., Lippe, R., Kallas, S.: „Skorpione“, Natur und Tier Verlag; Schiejok, H., Webb, A.: „Skorpione – Ihr Hobby“, bede Verlag.

Bericht & Bilder: Sandra Doerr, Terraristikecke.de




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