Theraphosa blondii / Goliathspinne

Theraphosa blondii Herkunft: Theraphosa blondii (Latreille, 1804) wurde bis Mitte der 90er-Jahre noch als Theraphosa leBlondii bezeichnet, was jedoch auf einen Übersetzungsfehler zurückzuführen war. Mit der Korrektur des Artennamens wurde gleichzeitig eine weitere Art der Gattung Theraphosa abgespalten, die bisher ebenfalls unter dem Namen blondii zu finden war. Die neu beschriebene Art - Theraphosa apophysis (Tinter, 1991) - ist auch oft unter dem Gattungsnamen Pseudotheraphosa zu finden. Das Vorkommen von T. blondii zieht sich vom Amazonasgebiet, Venezuela, Guyana, Surinam und Nordbrasilien, wo die Tiere in den Regenwäldern nicht allzu tiefe Wohnröhren in Gewässernähe graben.

Beschreibung: Theraphosa blondii stellt mit einer Körperlange von 12 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 160 Gramm die größte derzeit bekannte Vogelspinnenart dar. Die Hauptfarbe dieser Art ist ein einheitliches Kastanienbraun, das auf den Patellen von zwei rötlichen Streifen geziert wird. Aufzeichnung besagen, dass der Hinterleib dieser umgangssprachlich "Goliathspinnen" genannten Tiere die Größe eines Tennisballes annehmen kann.
Der Charakter dieser Tiere variiert stark, wobei man ihnen im Normalfall einen aggressiven Charakter nachsagt. T. blondii flüchtet im Gegensatz zu anderen Arten nicht, sondern richtet sich bei Störung sofort auf und scheut sich nicht unter deutlichen Stridulationslauten von ihren Brennhaaren und ihren bis zu 2,5 Zentimeter langen Chelizerenklauen Gebrauch zu machen. Im Gegensatz zu anderen Vogelspinnen wird den Brennhaaren von T. blondii eine deutlich stärkere Reizung zugesprochen.
Weibliche Tiere können ein Alter von über 20 Jahren erreichen, während auch männliche Tiere nach ihrer Reifehäutung oft noch über zwei Jahre leben.

Terrarienhaltung: Aufgrund ihrer enormen Größe sollten die Maße des Terrariums 60 x 30 x 30 Zentimeter (Länge x Breite x Höhe) betragen. Das Terrarium sollte etwa 10 Zentimeter Bodengrund beinhalten, um ein Graben zu ermöglichen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 80 und 90 Prozent bei einer Haltungstemperatur von 25 Grad betragen. Ein gefüllter Wassernapf darf im Terrarium nicht fehlen.
T. blondii bevorzugt als Nahrung große Heuschrecken, Mäuse und Totenkopfschaben. Adulten Exemplaren können ebenfalls mittelgroße Ratten gereicht werden. Gefüttert wird wie bei den meisten Spinnen immer dann, wenn das Hinterteil gleich groß oder kleiner als der Körper wird.

Bemerkung: T. blondii ist aufgrund ihrer Aggressivität nur bedingt für Anfänger geeignet. Beachtet man allerdings einige Grundregeln, kann man viel Spaß an diesen großen, schnell wachsenden und fressgierigen Tieren haben.

Bericht: Manuel Reiß
Bilder: Andreas Streit, Terraristikecke.de




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